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RatgeberHamamtücher

Hamamtuch (Pestemal): Verwendung, Binden, Größe und richtig waschen

All For Hamam Team5. Oktober 2026 12 Min. Lesezeit

Ein Hamamtuch (Pestemal) ist dünn, flach gewebt, trocknet schnell und braucht wenig Platz. Der Ratgeber erklärt die Namen, den Unterschied zum Saunatuch, drei Arten, es zu binden, typische Größen und die richtige Wäsche.

Ein Hamamtuch – auf Türkisch Peştemal – ist ein dünnes, flach gewebtes Tuch, das ursprünglich als Wickeltuch im türkischen Hamam diente. Es ist leichter als ein Frotteehandtuch, trocknet schneller, lässt sich klein zusammenlegen und vielseitig verwenden: als Saunatuch, Badetuch, Strandtuch, Sarong oder Überwurf. Waschen Sie es vor dem ersten Gebrauch und verzichten Sie auf Weichspüler, dann wird es mit den ersten Wäschen weicher und saugfähiger.

Im deutschen Handel heißt dasselbe Tuch auch Pestemal oder Fouta, in Großbritannien „hammam towel“ und in den USA „Turkish towel“. Wir stellen seit 2006 in Izmir Hamam-Produkte her und exportieren sie.

Was ist ein Hamamtuch?

Peştemal (im Türkischen auch Peştamal geschrieben) ist das traditionelle Tuch des türkischen Bades; im Handel begegnet es Ihnen auch als Pestemal, Peshtemal oder Peshtamal. Es ist flach gewebt, meist gestreift oder kariert und an den Enden mit Fransen oder einem Saum abgeschlossen. Im osmanischen Hamam gehörte es zur Grundausstattung, zusammen mit der Hamamschale, den hölzernen Badepantinen und der Seife.

Das Wort wird meist auf das Persische zurückgeführt. Gewebt werden Hamamtücher seit Langem in vielen Regionen der Türkei, von Buldan in der Provinz Denizli über Bursa bis Gaziantep, jeweils mit eigenen Mustern. Gemeinsam ist allen die Flachwebung: Die Garne sind dicht miteinander verkreuzt, Schlingen gibt es keine.

Hamamtuch, Pestemal, Fouta: ein Tuch, viele Namen

Jedes Land hat seinen eigenen Namen dafür, und manche Begriffe führen beim Einkauf in die Irre – vor allem online und im Ausland.

LandÜbliche BezeichnungGut zu wissen
DeutschlandHamamtuch, Pestemal, Fouta, manchmal SaunatuchEin Saunatuch kann jedes große Tuch für die Sauna sein, oft aus Frottee
TürkeiPeştemal (auch Peştamal)Das ursprüngliche Hamam-Wort; „Turkish towel“ sagt dort kaum jemand
Frankreichfouta, serviette de hammamNordafrikanisches Wort, mit Tunesien verbunden; in Frankreich für ähnliche flach gewebte Tücher üblich
USATurkish towel, Turkish beach towelDer gängige Begriff im US-Handel
Großbritannienhammam towel, hamam towelDie übliche Bezeichnung in britischen Geschäften
Spanientoalla de hammam, fouta„Toalla turca“ sagt man vor allem in Chile
Portugalpestemal, toalha de hammam„Toalha turca“ bedeutet in Portugal Frottee
Russlandпештемаль (Peschtemal), selten фута (Futa)Dient als Wickeltuch in der Banja, dem russischen Badehaus
Arabischsprachige Länderبشتمال, فوطة تركيةفوطة allein kann jedes Handtuch bezeichnen

Was ist also der Unterschied zwischen Hamamtuch und Fouta? Im Alltag kaum einer: Beides sind flach gewebte, meist gestreifte Tücher für Bad und Strand, und viele Shops verwenden die Namen gleichbedeutend. Der Unterschied liegt vor allem in Sprache und Region. Beurteilen Sie ein Tuch deshalb nach Faser, Webart und Größe, nicht nach dem Namen auf dem Etikett.

Eine Stolperfalle gibt es auch hierzulande: Wer ein Saunatuch bestellt, bekommt oft ein dickes Frotteetuch und kein flach gewebtes Hamamtuch. Achten Sie deshalb vor dem Kauf auf die Produktfotos und die Faserzusammensetzung.

Hamamtuch oder Saunatuch aus Frottee: Trocknet so ein dünnes Tuch überhaupt ab?

Ein klassisches Badetuch besteht aus Frottee: kleinen Garnschlingen, die aus einem Grundgewebe herausstehen. Die Schlingen nehmen viel Wasser auf und fühlen sich flauschig an, machen das Tuch aber schwer und voluminös, und es trocknet nur langsam. Ein Hamamtuch hat keinen Flor: Eine einzige, dicht gewebte Stofflage nimmt das Wasser auf und trocknet danach schnell.

MerkmalFlach gewebtes HamamtuchFrotteetuchMikrofasertuch
AufbauFlachgewebe aus Baumwolle oder MischgewebeSchlingenflor, meist BaumwolleSehr feine Kunstfasern
GriffGlatt und leicht; wird mit dem Waschen weicherDick und flauschigWildlederartig; manche empfinden es auf der Haut als unangenehm
WasseraufnahmeWeniger als Frottee, reicht zum AbtrocknenAm höchstenHoch im Verhältnis zum Gewicht
TrocknungszeitKurzLangSehr kurz
PackmaßKlein, lässt sich flach faltenSperrigSehr klein
SandLässt sich meist gut ausschüttelnBleibt in den Schlingen hängenLässt sich meist gut ausschütteln
Geeignet fürStrand, Reise, Hamam, Sauna, kleine BäderFlauschiges Abtrocknen nach dem DuschenWandern und Reisen mit leichtem Gepäck

Ist ein Hamamtuch saugfähig? Ja. Baumwolle ist von Natur aus saugfähig, und ein gutes Hamamtuch trocknet Sie nach dem Duschen ab. Ein neues Tuch saugt besser, sobald es ein paar Mal gewaschen wurde, und weil der Stoff dünn ist, fühlt er sich früher feucht an als Frottee. Tupfen Sie sich ab, statt zu rubbeln, oder wickeln Sie sich mit der zusätzlichen Länge eine Minute lang ein.

Warum ist ein Hamamtuch so dünn? Die geringe Stärke ist gewollt und keine Sparmaßnahme: Erst die einzelne flache Stofflage sorgt dafür, dass das Tuch schnell trocknet und sich klein falten lässt.

Hamamtuch oder Saunatuch für die Sauna? In deutschen Saunen sitzt oder liegt der ganze Körper auf dem Tuch, damit kein Schweiß aufs Holz gelangt. Ein dickes Saunatuch aus Frottee polstert die Bank weicher; ein Hamamtuch wiegt weniger, nimmt in der Saunatasche kaum Platz ein und ist bis zum nächsten Saunabesuch schneller wieder trocken. Entscheidend ist die Länge: Sie sollten auch im Liegen vollständig auf dem Tuch Platz haben.

Lohnt sich ein Hamamtuch? Wenn Sie jeden Morgen in ein dickes Badelaken sinken möchten, bleiben Sie bei Frottee. Seine Stärken spielt das Hamamtuch dort aus, wo Gewicht, Platz und Trocknungszeit zählen: in der Strand- oder Saunatasche, im Spind im Fitnessstudio, im Koffer und im feuchten Badezimmer. Viele Haushalte nutzen beides. Hotels, die vor derselben Entscheidung stehen, finden mehr dazu in unserem Vergleich von Pestemal und Frottee für Hotels.

Verwendung: Wofür benutzt man ein Hamamtuch?

Ein einziges Hamamtuch übernimmt viele Aufgaben:

  • Hamam und Sauna: die ursprüngliche Verwendung, zum Beispiel bei einem Hamam-Ritual zu Hause.
  • Nach dem Peeling: Wickeln Sie sich ein, damit Sie beim Ausruhen warm bleiben. Wie das Peeling selbst gelingt, zeigt unsere Anleitung, wie Sie einen Kese-Handschuh richtig anwenden.
  • Badetuch: Es trocknet zwischen zwei Duschen, was in kleinen oder feuchten Bädern hilft.
  • Strand und Pool: Als Strandtuch liegt es flach auf, und Sand lässt sich meist gut ausschütteln.
  • Reise und Fitnessstudio: Zusammengefaltet passt es ins Handgepäck oder in die Sporttasche.
  • Haartuch: Der Länge nach gefaltet ist es leichter als ein Turban aus Frottee.
  • Sarong oder Strandkleid: über der Badekleidung gebunden (die Knoten finden Sie weiter unten).
  • Schal oder leichtes Tuch: praktisch an kühlen Abenden und im Flugzeug.
  • Picknickdecke, Sofaüberwurf oder Tischdecke: Streifen und Fransen machen auch als Deko etwas her.

Hamamtuch binden: in Sauna, Hamam und am Strand

Der Länge nach umgelegt reicht ein Hamamtuch in voller Größe bei den meisten Erwachsenen bequem einmal herum und überlappt noch – genau diese Überlappung hält den eingesteckten Zipfel.

Wickel unter den Armen (Hamam und Sauna)

  1. Halten Sie das Tuch der Länge nach in Achselhöhe hinter dem Rücken, ein Ende in jeder Hand.
  2. Führen Sie die rechte Seite vor dem Körper herum und klemmen Sie sie unter den linken Arm.
  3. Legen Sie die linke Seite darüber und ziehen Sie das Tuch straff.
  4. Stecken Sie den letzten Zipfel seitlich an der Brust fest in die Oberkante.
  5. Für mehr Halt rollen Sie die Oberkante einmal nach unten ein; so sitzt der Zipfel sicher.
Frau im gelb-blau gestreiften Hamamtuch, im Hamam-Stil unter den Armen gewickelt

Hüftwickel (der traditionelle Hamam-Stil der Männer)

  1. Halten Sie das Tuch der Länge nach in Hüfthöhe hinter dem Körper.
  2. Schlagen Sie eine Seite vor dem Körper herum, dann die andere darüber.
  3. Stecken Sie das Ende an der Hüfte in den Bund.
  4. Rollen Sie den Bund ein- oder zweimal nach unten ein, damit er auch dann hält, wenn Sie sich auf den beheizten Nabelstein aus Marmor legen.

Sarong-Knoten (Strand und Pool)

  1. Wickeln Sie das Tuch der Länge nach unter den Armen um den Körper, sodass sich beide Enden vorn treffen.
  2. Verknoten Sie die beiden oberen Ecken mittig vor der Brust mit einem Doppelknoten.
  3. Für einen Wickelrock legen Sie das Tuch stattdessen um die Hüften und verknoten es seitlich.
  4. Stecken Sie die losen Ecken unter den Knoten, dann wirkt alles ordentlicher.

Hamamtuch: Größe, Webart und Material

Hamamtücher in voller Größe sind in der Regel etwa 90–100 cm breit und 170–190 cm lang: lang genug, um einen Erwachsenen einzuwickeln, und breit genug, um von der Brust bis zum Knie zu reichen.

Drei Beispiele aus unserem eigenen Sortiment zeigen, wie stark Faser und Gewicht variieren können:

Das Gewicht spiegelt die Faser und die Dichte des Gewebes wider, nicht die Qualität. Ein schwereres Tuch nimmt in der Regel mehr Wasser auf, ein leichteres trocknet schneller und braucht im Gepäck weniger Platz.

Hamamtücher in vielen Farben, nebeneinander über eine Stange gehängt

Material. Baumwolle ist die traditionelle Faser: saugfähig, atmungsaktiv und nach den ersten Wäschen weicher. Ein Anteil Polyester macht das Gewebe strapazierfähiger und lässt es schneller trocknen, während die Baumwolle den Großteil der Feuchtigkeit aufnimmt. Bambusmischungen fühlen sich glatt und kühl an und fallen fließend. Das meiste Bambusgarn für Handtücher ist eine regenerierte Zellulosefaser, die im Viskoseverfahren hergestellt wird – deshalb steht auf Etiketten oft auch „Bambusviskose“.

Webart. Die einfache Flachwebung ist die schlichteste und meist leichteste Variante. Beim Jacquard wird das Muster eingewebt statt aufgedruckt, und die Waben- oder Waffelstruktur hat eine plastische Oberfläche, die sich dicker anfühlt. Handgewebte Stücke zeigen kleine Unregelmäßigkeiten; sie gehören zum Handwerk und sind kein Fehler. Muster und Zusammensetzungen vergleichen Sie in unserer Kollektion von Hamamtüchern. Wenn Sie den Stoff lieber tragen möchten, sehen Sie sich unsere Pestemal-Bademäntel an.

Hamamtuch waschen: So wird es weich und saugfähig

  1. Vor dem ersten Gebrauch waschen. Neue gewebte Baumwolle kann noch Schlichte und Appretur aus der Weberei enthalten, die den Stoff steif machen und Wasser abweisen; die ersten Wäschen entfernen sie. Manche weichen ein neues Tuch vorher zusätzlich in kaltem Wasser ein – das ist aber kein Muss.
  2. Kalt oder kühl mit ähnlichen Farben waschen. An der Waschmaschine heißt das: Kaltwäsche oder das 30-Grad-Programm – und nie wärmer, als das Pflegeetikett erlaubt. Wählen Sie einen Schonwaschgang und ein mildes Waschmittel, und waschen Sie Tücher mit kräftigen oder dunklen Streifen die ersten Male separat, falls die Farbe ausblutet.
  3. Sparsam dosieren. Zu viel Waschmittel kann in den Fasern zurückbleiben und den Stoff hart machen. Füllen Sie die Trommel nicht zu voll, damit das Tuch gründlich ausgespült wird.
  4. Auf Weichspüler und Trocknertücher verzichten. Sie legen sich wie ein Film um die Fasern und können ein Handtuch mit der Zeit weniger saugfähig machen. Waschmittelhersteller sind sich uneinig, wie stark das ins Gewicht fällt; bei einem Tuch, dessen Aufgabe das Aufsaugen ist, raten wir trotzdem davon ab. Macht hartes Wasser Ihre Handtücher kratzig, ist ein gelegentlicher Schuss klarer Haushaltsessig im Spülgang eine beliebte Alternative – werfen Sie aber vorher einen Blick in die Bedienungsanleitung Ihrer Waschmaschine.
  5. Kein Bleichmittel. Es schwächt die Fasern und kann die Streifen verblassen lassen.
  6. Schonend trocknen. Erlaubt das Etikett den Trockner, wählen Sie eine niedrige Temperatur; alternativ hängen Sie das Tuch im Schatten auf die Leine. Bei großer Hitze kann Baumwolle etwas einlaufen.
  7. Fransen pflegen. Ziehen Sie nicht an losen Fäden; drehen Sie aufgegangene Fransen wieder ein oder verknoten Sie sie. Verheddern sich lange Fransen, hilft ein Wäschenetz.
  8. Nach Strand oder Schwimmbad ausspülen und ganz trocknen lassen. Spülen Sie Salz- und Chlorwasser bald nach dem Baden aus und lassen Sie das Tuch vollständig trocknen, bevor Sie es falten oder einpacken. Ein feucht in der Tasche vergessenes Tuch ist eine häufige Ursache für muffigen Geruch.

Tücher aus Bambus und Bambus-Viskose-Mischungen brauchen eine sanftere Behandlung als Baumwolle. Wählen Sie ein Feinwaschprogramm, wringen Sie sie im nassen Zustand nicht kräftig aus und trocknen Sie sie genau so, wie es das Etikett vorgibt.

Das Pflegeetikett lesen. In Europa und vielen anderen Märkten zeigen Etiketten die internationalen Pflegesymbole nach ISO 3758: der Waschbottich für das Waschen (die Zahl darin ist die Höchsttemperatur in °C), das Dreieck für das Bleichen, das Quadrat für das Trocknen, das Bügeleisen für das Bügeln und der Kreis für die professionelle Reinigung. Im Trocknersymbol steht ein Punkt für niedrige Temperatur; ist das Symbol durchgekreuzt, darf das Tuch nicht in den Trockner.

Gefaltetes grün gestreiftes Hamamtuch mit gedrehten Fransen

Steif, muffig oder saugt nicht? Schnelle Hilfe

ProblemWahrscheinliche UrsacheWas hilft
Fühlt sich hart oder steif anAppretur noch nicht ausgewaschen, Waschmittelrückstände oder hartes WasserNoch einmal mit weniger Waschmittel waschen, gut ausschütteln, dann kurz bei niedriger Temperatur in den Trockner, falls das Etikett es erlaubt
Wasser perlt ab oder zieht nicht einAppretur eines neuen Tuchs, Rückstände von Weichspüler oder TrocknertüchernEin- oder zweimal ohne Weichspüler waschen
Riecht muffigFeucht liegen gelassen, nass gefaltet oder zu langsam getrocknetZügig waschen, vollständig trocknen lassen und erst ganz trocken verstauen
FusseltLose Fasern bei einem neuen BaumwolltuchAnfangs normal; die ersten Male separat waschen
Gezogener FadenAn Schmuck oder einem Reißverschluss hängen gebliebenDen Stoff rund um die Stelle sanft dehnen, die Schlaufe mit einer Nadel auf die Rückseite ziehen; niemals abschneiden

Welches Hamamtuch passt zu Ihnen?

Überlegen Sie zuerst, wo Sie das Tuch am häufigsten nutzen werden. Für Bad und Hamam ist ein flach gewebtes Hamamtuch aus Baumwolle der unkomplizierte Allrounder. Für Sauna und Strand – und wenn Sie groß sind – wählen Sie die Länge von 190 cm, damit Sie auch im Liegen ganz auf dem Tuch Platz haben. Für Reise und Fitnessstudio lässt sich ein leichteres Tuch kleiner verpacken, und wenn Sie einen glatten, fließenden Fall mögen, probieren Sie eine Bambusmischung.

Gewicht, Weichheit und Größe beurteilen Sie am schnellsten, wenn Sie das Tuch in der Hand halten. In unserem Online-Mustershop können Sie einzelne Hamamtücher bestellen, ganz ohne Kundenkonto: Sie bezahlen per Visa oder Mastercard, die Versandkosten kommen an der Kasse hinzu, und wir versenden innerhalb von 1–3 Werktagen nach Zahlungseingang. Etwaige Zölle und Einfuhrsteuern trägt der Empfänger.

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