Kese und Kessa sind derselbe gewebte Peelinghandschuh aus zwei Badetraditionen. Wie er sich von Italy Towel, Luffa, Sisal, Rosshaar und Trockenbürste unterscheidet, zeigt unsere Vergleichstabelle – mit Tipps je Hauttyp.
Kessa-Handschuh oder Luffa? Die beiden arbeiten ganz unterschiedlich: Der Kessa-Handschuh ist ein gewebter Peelinghandschuh für warme, nasse Haut, die Luffa dagegen ein Schwamm aus getrockneten Pflanzenfasern, mit dem man sich vor allem einseift. Zwischen Kese und Kessa wiederum gibt es kaum einen Unterschied: Kese ist das türkische, Kessa das marokkanische Wort für denselben Handschuhtyp, und was die beiden trennt, ist eher das Baderitual drumherum als der Handschuh selbst. Das koreanische Italy Towel ist ein enger Verwandter aus griffiger Viskose, während Sisal- und Rosshaarhandschuhe und die Trockenbürste eigene Werkzeuge mit eigener Haptik und eigenem Pflegebedarf sind.
Wir fertigen Kese-Handschuhe seit 2006 in Izmir und exportieren sie – gerade deshalb vorab ein ehrliches Wort: Uns ist keine Studie bekannt, die zeigt, dass eines dieser Werkzeuge Ihrer Haut mehr nützt als die anderen. Unterschiede gibt es beim Material, bei der Haptik, bei der Anwendung und dabei, wie leicht das Werkzeug wieder trocknet.
Peeling-Werkzeuge für den Körper im Überblick
Wie kräftig ein Werkzeug peelt, hängt stark von der Webart und von Ihrem eigenen Druck ab. Verstehen Sie die Spalte „Haptik und Rauheit“ deshalb als Orientierung, nicht als Labormesswert.
| Werkzeug | Typisches Material | Haptik und Rauheit | Nass oder trocken | Geeignet für | Pflege und Austausch |
|---|---|---|---|---|---|
| Türkischer Kese aus Seide | Rohe Kokonseide | Weich und fein; der sanfteste Kese | Nass, vor der Seife | Gesicht, sanftere Peelings am Körper | Ausspülen, außerhalb der Dusche trocknen lassen, nur Handwäsche; ersetzen, wenn das Gewebe locker wird |
| Türkischer Kese aus Viskose und Mischgewebe | Pflanzenseide (Viskose), Viskose, Viskose-Polyester | Weich bis fest, je nach Webart | Nass, vor der Seife | Regelmäßiges Körperpeeling | Ausspülen, zum Trocknen aufhängen, Pflegeetikett beachten; ersetzen, wenn abgenutzt oder muffig |
| Marokkanischer Kessa-Handschuh | Gewebter Handschuh; Faser je nach Hersteller | Je nach Webart verschieden | Nass, oft zusammen mit schwarzer Seife | Hammam-Routine nach marokkanischer Art | Wie beim Kese |
| Koreanisches Italy Towel | Meist Viskose | Fest und sehr griffig | Nass, nach langem Einweichen | Robuste Haut am Körper | Ausspülen, vollständig trocknen lassen; ersetzen, wenn es glatt gerieben ist |
| Luffa | Getrocknetes Fasergerüst der Schwammgurke | Trocken steif, nass weicher | Nass, meist mit Seife | Einseifen, leichtes Körperpeeling | Trocknet langsam; außerhalb der Dusche aufhängen; oft ersetzen |
| Sisal- oder Rosshaarhandschuh | Sisal, Rosshaar oder Kunstfaser | Grob | Meist nass; Produktangaben prüfen | Robuste Haut am Körper, nicht das Gesicht | Ausspülen, vollständig trocknen lassen; ersetzen, wenn Fasern brechen |
| Nylon-Waschtuch oder Netzschwamm | Nylongewebe oder Nylonnetz | Fest und dehnbar | Nass, mit Seife | Einseifen, Rücken | Trocknet schnell; ausspülen und aufhängen |
| Trockenbürste | Natur- oder Kunstborsten | Fest, je nach Borsten | Nur auf trockener Haut | Körper vor dem Duschen, nie das Gesicht | Nach Gebrauch ausklopfen; gelegentlich waschen und mit den Borsten nach unten trocknen |
Kese oder Kessa: ein Handschuh, zwei Badetraditionen
Nebeneinandergelegt sind ein türkischer Kese und ein marokkanischer Kessa-Handschuh oft kaum zu unterscheiden. Beide gibt es aus verschiedenen Fasern und in unterschiedlicher Festigkeit, und Faser und Webart verraten Ihnen weit mehr darüber, wie sich ein Handschuh anfühlt, als sein Name.
Der türkische Kese und seine Materialien
Im türkischen Hamam kommt der Kese traditionell nach einer ausgiebigen Aufwärmphase: Erst wird geschwitzt oder eingeweicht, dann geht der Handschuh über die nasse Haut, noch bevor Seife ins Spiel kommt, und erst danach folgt die Schaumwäsche. Unser Sortiment an türkischen Kese-Handschuhen deckt die wichtigsten Materialfamilien ab:
- Rohe Kokonseide: eine Proteinfaser aus den Kokons der Seidenraupe, matt und im Griff leicht trocken – die sanfteste Wahl in dieser Familie, etwa unser Kese-Handschuh aus roher Kokonseide.
- Pflanzenseide: ein Handelsname für Viskose, eine regenerierte Zellulosefaser aus pflanzlichen Rohstoffen. Sie ist weich und glatt, aber keine Seide; deshalb steht bei unseren Peelinghandschuhen aus Pflanzenseide Viskose in der Materialangabe.
- Viskose: der klassische, festere Kese für den Körper, unter anderem als dreilagiger Viskose-Handschuh mit Kreuzstichgewebe.
- Viskose-Polyester-Mischungen: Varianten von „sensitiv“ und „Soft-Touch“ bis mittelstark, auch als lange Handschuhe.

Das sind unterschiedliche Materialien für unterschiedliche Bedürfnisse. Das eigentliche Problem im Handel sind falsche Angaben, etwa wenn Viskose als Seide verkauft wird. Wie Sie einen echten Seiden-Peelinghandschuh von Viskose unterscheiden, zeigt unser Ratgeber; unser Kaufratgeber zu Kese-Handschuhen aus Seide, Pflanzenseide und Viskose vergleicht die Materialien ausführlich.
Der Kessa-Handschuh aus Marokko
Kessa (auch Kees geschrieben) ist der marokkanische Name. Im deutschen Handel begegnet Ihnen „Kessa-Handschuh“ häufiger als „Kese“, meist im Umfeld marokkanischer Hammam-Produkte. Aus welcher Faser er besteht, hängt vom Hersteller ab – ein Blick auf die Materialangabe lohnt sich also.
Der größere Unterschied liegt in der Routine. Im marokkanischen Hammam wird der Kessa-Handschuh häufig mit schwarzer Seife (savon beldi) kombiniert, einer weichen Seifenpaste, und viele Routinen sehen zusätzlich Ghassoul vor, eine Tonerde, die hierzulande auch als Rhassoul oder Lavaerde bekannt ist. In der türkischen Routine wird die eingeweichte Haut dagegen zuerst gepeelt und danach mit Olivenölseife und Schaum gewaschen, den man in einem Schaumsack aus Baumwolle aufschlägt – so, wie es unsere Anleitung für ein türkisches Hamam zu Hause zeigt.
Italy Towel oder Kessa: der koreanische Verwandte
Trotz seines Namens ist das Italy Towel eine koreanische Erfindung. Nach Angaben des koreanischen Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus wurde es 1967 in Busan von der Firma Hanil Textile entwickelt, und zwar aus Viskosegarn, das aus Italien importiert worden war. Für ein Handtuch war der Stoff zu rau, also wurde daraus ein Peelingtuch. Bis heute ist es das vertraute Werkzeug beim Seshin, dem Körperpeeling im koreanischen Badehaus; bei uns findet man es manchmal auch unter dem Namen „koreanischer Peelinghandschuh“.
Was unterscheidet ein Italy Towel von einem Kessa-Handschuh oder einem türkischen Kese aus Viskose? Weniger, als man denkt: Alle drei sind gewebte Handschuhe für eingeweichte Haut, und unsere eigenen Handschuhe aus 100 % Viskose gehören zur selben Faserfamilie wie das Italy Towel. Die Unterschiede liegen in Machart und Gewohnheit:
- Griffigkeit: Italy Towels sind meist dünn und sehr griffig. Derselbe Druck fühlt sich damit fester an; arbeiten Sie also lieber mit leichter Hand.
- Form: Die meisten sind schmale Handschuhe, für den Rücken gibt es lange Varianten.
- Routine: Verwendet werden sie auf Haut, die eine ganze Weile im heißen Bad eingeweicht wurde, oft ohne Seife – also ganz ähnlich wie in der türkischen Reihenfolge.
- Farben: Manche Marken zeigen mit Farben wie Rot oder Grün an, wie rau ein Tuch ist; einen einheitlichen Farbcode gibt es aber nicht.
Kessa-Handschuh oder Luffa: Was ist der Unterschied?
Eine Luffa ist das getrocknete Fasergerüst der Schwammgurke, eines Kürbisgewächses, und besteht überwiegend aus Zellulose und Lignin. Trocken ist sie steif, in warmem Wasser wird sie weicher. Deshalb benutzt man einen Luffaschwamm oder Luffahandschuh normalerweise nass und mit Seife – in erster Linie zum Waschen und erst in zweiter Linie für ein leichtes Peeling. Ein Kese- oder Kessa-Handschuh ist dagegen dafür gemacht, eingeweichte Haut vor der Seife zu peelen.

Zur Hygiene: Eine 1994 im Journal of Clinical Microbiology veröffentlichte Studie führte eine Hautinfektion (Pseudomonas-Follikulitis) auf einen verunreinigten Luffaschwamm zurück und stellte fest, dass darin hängengebliebene Hautzellen das Bakterienwachstum begünstigten. Die Autoren empfahlen, Luffaschwämme und andere Peeling-Hilfsmittel regelmäßig zu entkeimen. Die Cleveland Clinic rät, eine Luffa außerhalb der Dusche trocknen zu lassen, eine natürliche alle drei bis vier Wochen und eine Duschblume aus Kunststoff alle zwei Monate zu ersetzen, jeden Schwamm mit muffigem Geruch oder Schimmel wegzuwerfen und Luffas weder im Gesicht noch auf frisch rasierter Haut zu verwenden.
Kein Peeling-Werkzeug reinigt sich von selbst, auch der Kese nicht. Ein dünner gewebter Handschuh trocknet meist leichter durch als eine dicke Luffa, muss aber trotzdem nach jeder Anwendung ausgespült, außerhalb der Dusche getrocknet und ersetzt werden, sobald das Gewebe locker wird oder er unangenehm riecht.
Kese oder Lif?
In der Türkei fragen sich viele, ob sie zum Kese oder zum Lif greifen sollen. Ein Lif ist ein Waschschwamm zum Einseifen, entweder aus Luffa oder weich gestrickt. Die traditionelle Reihenfolge: zuerst der Kese auf nasser Haut, danach die Wäsche mit Seife und Lif oder Schaumsack.
Sisal, Rosshaarhandschuh und Netzschwamm
Diese Werkzeuge liegen am festeren Ende der Skala. Falsch ist keines davon, aber jedes verlangt eine leichte Hand.
Sisal ist eine steife Pflanzenfaser aus den Blättern einer Agavenart. Zu Handschuhen, Pads oder langen Rückenbändern verwebt, sorgt sie für ein spürbar grobes, rustikales Peeling, das eher zu robuster Haut am Körper passt als ins Gesicht.
Rosshaarhandschuhe, in Frankreich als „gant de crin“ und in Spanien als „guante de crin“ verkauft, verdanken ihren Namen dem Rosshaar. Viele werden heute jedoch aus Pflanzenfasern wie Sisal oder aus Kunstfasern gewebt; prüfen Sie deshalb die Materialangabe.
Nylon-Waschtücher und Netzschwämme, etwa japanische Waschtücher aus Nylon oder der lange, dehnbare afrikanische Netzschwamm, schäumen gut, trocknen schnell und reichen mühelos bis zum Rücken. Sie sind vor allem Waschwerkzeuge, die nebenbei auch peelen.
Trockenbürste oder Peelinghandschuh?
Trockenbürste und Kese arbeiten unter entgegengesetzten Bedingungen. Die Trockenbürste kommt auf trockene Haut, meist vor dem Duschen und mit leichten Strichen, der Kese dagegen auf nasse, durch Wärme aufgeweichte Haut. Einen Kese-Handschuh trocken als Bürstenersatz zu benutzen, empfehlen wir deshalb nicht. Wenn Sie beides mögen, legen Sie Bürste und Kese auf verschiedene Tage: Auch Trockenbürsten ist Reibung und zählt deshalb zur wöchentlichen Obergrenze, die Sie weiter unten finden.
Trockenbürsten wird gern mit großen Versprechen beworben. Die Cleveland Clinic stellt klar, dass es keine Belege für eine Wirkung gegen Cellulite gibt und dass eine sichtbare Veränderung höchstwahrscheinlich nur vorübergehend ist: Die stärkere Durchblutung lässt die Haut kurzzeitig praller wirken. Dieselbe Quelle rät, bei empfindlicher Haut, Ekzemen, Schuppenflechte, offenen Wunden und Sonnenbrand darauf zu verzichten und die Bürste nie im Gesicht zu verwenden.
Häufig liest man außerdem, Trockenbürsten rege den Lymphfluss an oder helfe bei einem Lipödem. Wenn Sie ein Lipödem oder eine andere Erkrankung haben, sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, statt sich auf solche Versprechen zu verlassen.
Kann zu kräftiges Rubbeln der Haut schaden?
Ja, und deshalb zählen Druck und Häufigkeit mehr als die Wahl des Werkzeugs. Fallserien aus Italien und Jordanien beschreiben die sogenannte Friktionsmelanose – braune Flecken über knochigen Körperstellen – nach jahrelangem kräftigem Rubbeln, und die medizinische Fachliteratur dazu nennt Nylon-Waschtücher, Rosshaarhandschuhe, harte Schwämme und Luffas unter den Auslösern. Auch die American Academy of Dermatology (AAD) warnt, dass grobes Peelen auf dunkleren Hauttönen dunkle Flecken hinterlassen kann.
Mit ein paar einfachen Regeln bleiben Sie mit jedem Werkzeug auf der sicheren Seite:
- Peelen Sie normale Haut mechanisch höchstens ein- bis zweimal pro Woche, trockene oder empfindliche Haut seltener. Die Faustregel der AAD lautet: Je kräftiger die Methode, desto seltener sollte man sie anwenden.
- Drücken Sie nur so fest auf, wie es sich angenehm anfühlt. Brennt die Haut oder bleibt sie gerötet, hören Sie auf und gönnen Sie ihr eine längere Pause.
- Jagen Sie den grauen Röllchen nicht hinterher; sie sind kein Erfolgsmaßstab, wie unser Ratgeber zur richtigen Anwendung des Kese-Handschuhs erklärt.
- Cremen Sie sich direkt danach ein, solange die Haut noch feucht ist.
- Lassen Sie Peeling-Werkzeuge bei Sonnenbrand, Schnittwunden, gereizter Haut oder akuter Akne weg, ebenso direkt nach Rasur, Waxing oder Laserbehandlung. Bei Ekzemen, Schuppenflechte oder Rosazea und wenn Sie verschreibungspflichtige Retinoide anwenden, fragen Sie Ihre Hautärztin oder Ihren Hautarzt, bevor Sie eines dieser Werkzeuge verwenden.
Welches Peeling-Werkzeug passt zu Ihrem Hauttyp?
Ein Werkzeug, das für jede Haut das richtige ist, gibt es nicht. Gehen Sie deshalb von Ihrer Haut aus und davon, was das Werkzeug leisten soll:
- Zum Einstieg: ein Handschuh aus Rohseide oder ein weicher aus Pflanzenseide, mit wenig Druck und zuerst an der Innenseite des Unterarms getestet.
- Fürs Gesicht: ein separater kleiner Gesichtshandschuh, sanft geführt und mit Abstand zu den Augen.
- Trockene oder empfindliche Haut: Dermatologen raten in der Regel zu den sanftesten Methoden, etwa einem weichen Waschlappen. Wenn Sie lieber einen Handschuh nehmen, wählen Sie den weichsten, verwenden Sie ihn seltener und cremen Sie sich direkt danach ein.
- Normale Haut am Körper: ein Kese aus Viskose oder Viskose-Polyester auf gut eingeweichter Haut.
- Fettige, robuste Haut: ein festerer Kese aus Viskose, auch hier innerhalb der wöchentlichen Obergrenze.
- Kräftiges Peeling nach koreanischer Art: ein Italy Towel oder ein fester Kese aus 100 % Viskose, mit leichterer Hand, als Sie vermutlich erwarten.
- Zum täglichen Einseifen: eine Luffa, ein gestrickter Lif oder ein weicher Waschlappen. Damit waschen Sie vor allem und peelen nur leicht.
- Für den Rücken: ein Rückenpeeling-Band aus Viskose mit Griffen, ein langer Handschuh oder ein Netzschwamm.
- Trockene Routine vor dem Duschen: eine Trockenbürste, sanft und nur am Körper angewendet.

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Quellen
- American Academy of Dermatology: sicheres Peeling zu Hause, Rosazea und Psoriasis.
- Cleveland Clinic Health Essentials: Hygiene von Luffaschwämmen, Trockenbürsten und Peeling bei trockener Haut.
- Bottone EJ et al. Journal of Clinical Microbiology, 1994; 32(2): 469–472.
- Siragusa M et al. European Journal of Dermatology, 2001; 11(6): 545–548.
- Al-Aboosi M et al. International Journal of Dermatology, 2004.
- Koreanisches Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus, Gonggam: Geschichte des Italy Towels.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie eine Hauterkrankung haben, fragen Sie Ihre Hautärztin oder Ihren Hautarzt, bevor Sie ein Peeling-Werkzeug verwenden.
